TECHNIK

Teil 1

Der aktuelle Skilehrplan beschreibt die unterschiedlichen Lehrziele in den verschiedenen Leistungsstufen, vom Anfänger bis hin zum Experten. Die Vermittlung der skitechnischen Grundelemente ist die Basis für die Weiterentwicklung in den höheren Fertigkeitsstufen. Für alle Bereiche wird ein methodischer Aufbau mit differenzierten Lösungen von Fehlerbildern angeboten. Grundsätzlich versteht man in der Umgangssprache unter Skitechnik die sichtbaren Bewegungsabläufe und Körperhaltungen des Skifahrers.


Skitechnische Grundelemente:


Gleichgewicht – Drehen – Kanten – Be-/Entlasten – Rhythmus


Die skitechnischen Grundelemente sollen in ihrer Gesamtheit eine funktionale Einheit bilden. Das Gleichgewicht dient als Fundament des alpinen Skilaufs und als Baustein für alle weiteren Elemente einer gut kontrollierten Fortbewegung auf Skiern. Ohne ein ausgewogenes Verhalten des Gleichgewichts ist kein gutes Drehen, Steuern und Fahrverhalten möglich.


Der alpine Skilauf stellt durch die sich immer ändernden Bedingungen (Tempo, Pistenverhältnisse, Schneebeschaffenheit, Steilheit, Radius usw.) eine hohe Anforderung an das dynamische Gleichgewicht. Die Lage und Position des Körpers ändern sich ständig. Durch diese Anforderung versucht der Skiläufer durch Muskelaktivität das Gleichgewicht zu halten.


Die Größe und die Form der Unterstützungsfläche sind notwendig, um ein stabiles Gleichgewicht zu halten. Durch eine größere Winkelstellung – speziell in den Stufen Grün und Blau – erhöht man die Unterstützungsfläche wesentlich. In den Bereichen Rot und Schwarz wird durch die parallele Skiführung die Unterstützungsfläche verringert. Die Verwendung des Stockeinsatzes wirkt unterstützend und trägt zu einem stabileren Gleichgewicht bei.


Ein weiterer Aspekt für ein stabiles Gleichgewicht ist die Verlagerung des Systemschwerpunktes (hoch/tief und vor/zurück). Messungen haben ergeben, dass sich der Körperschwerpunkt bei der Kurveneinleitung (Vorderfuß) bis hin zum Kurvenende (Ferse) verlagert. Gesprochen wird hier von einem Pendeln um die Mittellage. Der gute Skifahrer passt sich dieser Situation an. Am deutlichsten kommt das im Tiefschnee und dem Befahren von Buckelpisten zur Geltung. 


Eine in alle Richtungen des Raumes bewegungsbereite Position (hoch/tief – vor/zurück und links/rechts) wird als Mittellage bezeichnet. Die Merkmale der Mittellage sind:



  • Leicht offene Skistellung

  • Zentrale Position über der Skilängsachse

  • Leicht gebeugte Sprung-, Knie- und Hüftgelenke

  • Arme seitlich vor dem Körper

  • Blick nach vorne


Um die Skier drehen und steuern zu können, müssen diese zuerst be- oder entlastet werden. Das Ausführen dieser Bewegungen hintereinander führt zu einem Belastungswechsel. Durch das Entlasten der Skier verringert sich der Kraftaufwand und es ist leichter, einen Drehimpuls durchzuführen bzw. die Skier umzukanten.


Die Skier müssen bei jeder Richtungsänderung gedreht werden. Ob die Skier schneller oder langsamer gedreht werden, ist abhängig von der Geschwindigkeit und dem Radius. Für ein angepasstes Drehen der Skier sind ein paar wesentliche Faktoren von Bedeutung:



  • Ein etwas tieferer Körperschwerpunkt

  • Große Unterstützungsfläche (Winkel, Parallele Skistellung)

  • Ausgewogenes Beugen in den Sprung-, Knie- und Hüftgelenken

  • Gleichmäßiger Schneewiderstand

  • Gleichbleibend geneigter Hang


Das Kanten dient zum Bremsen und Steuern der Skier. Grundsätzlich können die Skier durch eine Einwärtsbewegung der Unterschenkel bzw. der Hüfte oder durch die Kurvenlage aufgekantet werden.


Diese verschiedenen Arten des Aufkantens der Skier ist im Wesentlichen abhängig von Tempo, Radius, Schneebeschaffenheit, Hangneigung usw.


Durch die Aneinanderreihung von mehreren Richtungsänderungen entsteht eine rhythmische Anordnung. Diese ist gekennzeichnet durch einen fließenden Wechsel von Spannung und Entspannung. Die skitechnischen Grundelemente und das Aneinanderreihen von Einzelkurven kann als Skirhythmus bezeichnet werden. Je besser das Können, desto ausgeprägter ist der Bewegungsrhythmus und Bewegungsfluss.


Alpines Fahrverhalten:


Da sich die Gesamtsituation im Skilauf immer wieder ändert, muss auch das Alpine Fahrverhalten an die Situation angepasst werden. In erster Linie ist das Alpine Fahrverhalten notwendig, um einen Hangausgleich zu erzeugen, den äußeren Kräften entgegenzuwirken, die Skier zu kanten und den Radius zu variieren.


Ein stabiles Alpines Fahrverhalten wird zu Beginn, wie im Skilehrplan in der Stufe Blau beschriebenen Kapiteln AFV-Kanten und AFV-Rutschen, geschult. Diese methodischen Übungsreihen sind die Basis für die Weiterentwicklung des AFV.


Nicht nur der Anfänger und leicht Fortgeschrittene profitiert aus diesem Repertoire an Übungen, sondern auch der Könner und Rennläufer für das Stabilisieren der Körperposition.


Die Merkmale des Alpinen Fahrverhaltens sind:



  • In alle Richtungen bewegungsbereite Stellung von Sprung-, Knie- und Hüftgelenken

  • Dynamisches Gleichgewichtsverhalten in Vor-, Rück-, Hoch-, Tief- und Seitrichtung

  • Situationsgerechter Hangausgleich mit dem Oberkörper (Vor-, Seitbeuge)

  • Größere Außenskibelastung in kritischen Situationen des Steuerns

  • Armhaltung vor dem Körper und Ellenbogen leicht gebeugt (Achsenparallelität) 


Durch eine verstärkte Kurvenlage ist auch ein ausgeprägteres Alpines Fahrverhalten notwendig. Im Zeitalter des Carvens ist ein stabiles Fahrverhalten vonnöten, um sich skitechnisch weiterzuentwickeln.


Zur Eigenkontrolle und zur Verbesserung des Alpinen Fahrverhaltens sind die Übungen im Bereich des „Pflugsteuerns“ von großer Bedeutung.


Pflugsteuern:



  • Vorbereitungsphase: Vor-Hochbewegung, bergseitig auswinkeln

  • Hauptphase: Einfahren in Richtung Falllinie, Belastungswechsel, umkanten und beidrehen

  • Endphase: Aufbau des Alpinen Fahrverhaltens, fertigsteuern

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